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Ökologie aus der Sicht des Anti-Jagd-Forums


Nach aktuellem Erkenntnisstand in Ökologie und Wildbiologie kommt der Jagd keinesfalls jene ökologische Unabdingbarkeit zu, die Jäger ihr immer wieder attestieren. Vielmehr regeln sich die Bestandsdichten von Wildtieren aufgrund von Nahrungsangebot, Territorialität sowie sozialen und physiologischen Faktoren auch in der modernen Kulturlandschaft ohne menschliches Zutun. Sobald die Tiere ihre Ruhe gefunden haben, werden sie ihre Anzahl der zur Verfügung stehenden Fläche und dem vorhandenen Futter anpassen.
Hoher Jagddruck erhöht lediglich die Reproduktionsraten der betroffenen Tierpopulationen und dient damit zwar den an einer Maximierung ihrer Abschusszahlen interessierten Jägern, fügt Natur und Tieren jedoch schwere Schäden zu.
Jagd stört das soziale Zusammenleben intensiv bejagter Arten bis hin zum Zusammenbruch natürlicher Verhaltensweisen.
Jagd provoziert vielfach Wild- und Verbissschäden. Rehe beispielsweise – eigentlich Bewohner von Wiesen und Waldrändern – werden durch die Bejagung erst in den Wald hineingetrieben. Zudem werden die Wildtiere durch die Jagd unnötig aufgescheucht, was ihren Nahrungsbedarf und damit die Frassschäden weiter erhöht.
Die rücksichtslose Verfolgung der letzten einheimischen Beutegreifer wie Fuchs, Marder und Iltis ist ökologisch höchst kontraproduktiv. Überdies trägt intensive Fuchsjagd zur Ausbreitung der Tollwut bei.
In der Schweiz fehlt ein landesweiter Wildkorridor von Ost nach West.


Kommentar von JagdSchweiz

Unbejagte Wildtierpopulationen vermehren sich und breiten sich aus. Zwar regulieren sich diese auch in unserer Kulturlandschaft von selbst. Dies geschieht jedoch nicht ohne grosse Nachteile: Wildtiere stellen sich in grossen Dichten in Wäldern ein; sie erreichen landwirtschaftlich genutzte Flächen; sie dringen in Agglomerationen und Städte ein und richten grosse Schäden an.
Mit der Jagd können Wildtierpopulationen derart reguliert werden, dass die Schäden, regional abgestimmt, vermindert oder gar verhindert werden, ohne die Populationen zu gefährden. Der Schutz der Land- und Forstwirtschaft und die Erhaltung der Waldfunktionen sind in der Schweiz ein wichtiges Argument für die Jagd.
Mit der Jagd wird aber auch verhindert, dass Wildtiere massenhaft sterben. Der Gesundheitszustand der Wildtierpopulationen wird durch eine geregelte und geplante Jagd deutlich verbessert.
Die Ausübung der Jagd ist ohne eine gewisse Störung der Wildtiere nicht möglich. Die Störung ist jedoch zeitlich begrenzt und in ihrer Intensität nicht einschneidend. Die Vorteile einer Bejagung überwiegen also bei weitem. Dort wo es sinnvoll ist setzen sich Jäger ausserdem für die Einrichtung von Ruhezonen und Schutzgebieten ein.
Beutegreifer werden in der Schweiz nicht rücksichtslos verfolgt. Die Tollwut konnte in der Schweiz trotz der Jagd - und gerade durch die aktive Mitarbeit der Jäger und Wildhüter bei der aufwendigen Auslegung von Impfködern - ausgerottet werden.
Landesweite Wildkorridore von Ost nach West bestehen bereits:

  • Im Norden, entlang des Juras bis hin zum Bodensee: die Autobahnen A2 (Basel-Olten), A3 (Basel-Baden) und A4 (Winterthur-Schaffhausen) halten beispielsweise Wildschweine nicht davon ab, in West-Ost-Richtung zu wandern.
  • Im Alpenraum: Die Ausbreitung von Wolf, Luchs und Rothirsch entlang der Alpen in West-Ost-Richtung zeigen deutlich, dass keine für grosse Säugetiere unüberwindbare Barrieren bestehen.

Barrieren für Wildtierwanderungen durch Bauwerke der Zivilisation bestehen vor allem in der Nord-Süd-Richtung. Jäger und Wildhüter haben wichtige Grundlagen geliefert, die die Realisierung des innovativen Schweizer Vernetzungskonzepts erst ermöglicht haben.

 
 
 
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