| |
 |
|
|
|
Jagdabschaffungsinitiative
Am 31. August 2004 hat die Unterschriftensammlung für die
eidgenössische Volksinitiative zur Abschaffung der Jagd
und der Hobby-Fischerei begonnen. Die Sammel- und Einreichungsfrist
läuft längstens bis am 1. März 2006. Die vom
Anti-Jagd-Forum lancierte Initiative verlangt die Änderung
von Art. 79 der Bundesverfassung und will die Jagd und die Fischerei,
mit Ausnahme der Berufsfischerei, in der ganzen Schweiz verbieten
und aufkommende Probleme von bezahlten staatlichen Wildhütern
lösen lassen.
„Jäger töten aus Lust und Freude“, so
die Initianten. Das ist Unsinn. Kein Jäger hat Spass am
Töten, er hat Freude am Jagen und am jagdlichen Erfolg.
Diese Aussage vom Anti-Jagd-Forum Schweiz soll jedoch möglichst
viele Bürgerinnen und Bürger dazu ermuntern, ihre
Initiative zu unterschreiben. Doch diese aggressive, auf unberechtigte
Vorwürfe basierende Vorgehensweise wird sich spätestens
im Abstimmungskampf nachteilig auf die Arbeit der Initianten
auswirken.
„Kein Argument der Jäger für die Jagd stimmt“,
so die Initianten weiter, und „wissenschaftliche Erkenntnisse
sprechen für die Abschaffung der Jagd“. Fachlich
stehen die Initianten aber auf verlorenem Posten. Nicht eine
einzige wissenschaftliche Organisation oder eine qualifizierte
Fachperson in der Schweiz unterstützt sie. Trotzdem wäre
es ein Fehler, die Gruppierung zu unterschätzen. Das Forum
kann durch seine bösartig verzerrte Darstellung der Jagd
dem Image der Jäger schaden. Es kann weitere Jagdgegner
um sich scharren. Seine militanten Kräfte können die
Jagd unangenehm und empfindlich stören.
Die Argumente der Jagdabschaffer stammen aus deutschen Tierrechtlerkreisen
extremster Prägung und stehen der Glaubensgemeinschaft
„Universelles Leben“ und dem Veganismus nahe. Kreise
also, die jegliche Nutzung von Tiererzeugnissen verneinen. Ihre
Vision scheint eine Schweiz von Veganern mit Nulltoleranz gegenüber
„Tierleichenfressern“ zu sein. Dies zu erreichen
ist nicht leicht. Deshalb versuchen sie es zuerst mit jenen,
die am einfachsten zu bekämpfen scheinen: den Jägern
und den Fischern.
Das persönliche Weltbild einzelner Personen ist zu respektieren.
Dass solch weltfremde Forderungen jedoch in der Schweiz eine
politische Mehrheit finden werden, ist sicher unrealistisch.
Wir können davon ausgehen, dass die Schweizer Bevölkerung
nicht bereit ist, die im Lauf der Jahrhunderte gewachsene Kultur
der nachhaltigen Nutzung der Natur über Bord zu werfen,
die massgeblich für den Schutz der Pflanzen- und Tierwelt
beiträgt. Tiere zu nutzen ist legitim und sinnvoll.
Jägerinnen und Jäger dürfen sich nicht provozieren
lassen. JagdSchweiz fordert deshalb alle auf, unnötige
Diskussionen zu vermeiden. Dies gilt auch für politische
Spitzenvertreter. Die Jäger dürfen den Initianten
nicht fahrlässig Plattformen für Selbstdarstellungen
bieten! Ebenso sind anonyme Briefe und provozierende Fragen
in Internet-Foren zu unterlassen. Die Initianten nehmen ein
demokratisches Recht wahr, das jeder Schweizerin und jedem Schweizer
zusteht. Dies muss respektiert werden. Es ist weit sinnvoller,
sich korrekt zu verhalten und sich auf allfällige Kampagnen
vorzubereiten, die im Fall einer erfolgreichen Unterschriftensammlung
notwendig werden.
JagdSchweiz Jon Peider Lemm, Präsident |
|
| |
|
|
|
|